Karl Corino (1942–2026)
Mit Klagenfurt war Corino, nicht nur durch seine Tätigkeit in der Jury des Ingeborg Bachmann Preises eng verbunden.
Alf Mentzer erinnerte an den langjährigen Kollegen aus der hr2-Literatur-Redaktion in der Sendung: hr2-kultur vom 11.9.2026, vgl.
Zum Tod von Karl Corino: "Er sendete Gedichte aus der DDR - ein politischer Akt!" - Audio | hr2.de
„Corino, geboren 1942 im fränkischen Ehingen, arbeitete nach einem Studium der Germanistik, Altphilologie und Philosophie, das zu einer Dissertation über Robert Musil führte, ab 1970 als Literaturredakteur des Hessischen Rundfunks (…) Corino, der auch als Lyriker wirkte, war Juror beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt und lud den damals noch wenig bekannten Wolfgang Hilbig dorthin ein. Hilbig und andere Autoren verdanken Corinos Mentorenschaft viel. Seine Bücher über Musil, besonders seine große Biographie des Autors, sind Meilensteine auf diesem Feld“, notierte Tilman Spreckelsen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
„Sein monumentales Lebenswerk – darunter die Maßstäbe setzende Biographie Robert Musils (2003) und deren gewichtiger Nachtragsband (2022) – hat Generationen von Leserinnen und Lesern wie auch Forscherinnen und Forschern den Weg zu Musils Leben und Werk gewiesen. Ohne diese akribisch recherchierte, historisch präzise und stilistisch klare Grundlage wäre der Kommentarteil der 2009 am Robert Musil Institut / Kärntner Literaturarchiv herausgegebenen digitalen Klagenfurter Ausgabe der Werke Musils ungleich bescheidener ausgefallen. Die Universität Klagenfurt hat Karl Corino 2014 in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Verdienste zum Ehrendoktor ernannt. Als solcher begleitete er auch das 2016 am RMI/KLA initiierte und inzwischen als Dauerkooperation mit der Österreichischen Nationalbibliothek geführte Projekt MUSIL ONLINE mit kritischem Wohlwollen“, teilte das Musil Institut in einer Aussendung mit.
