Annette Hug erhält den Italo Svevo Preis 2026

Der Italo Svevo Preis der Freien Akademie der Künste in Hamburg ist mit EURO 15.000 .- dotiert. Von 2017 bis 2022 war die renommierte Schweizer Autorin Hug Tutorin des Klagenfurter Literaturkurses.

Annette Hug

Annette Hug im Gespräch mit ihrem Tutorenkollegen Thomas Lang - Foto (c) Robert Musil Literatur Museum

"Die Preisverleihung findet am 12. November in der Freien Akademie der Künste Hamburg statt.
Die Jury des Italo Svevo Preises, der von der Freien Akademie der Künste Hamburg getragen und von der Martha-Pulvermacher-Stiftung ermöglicht wird, besteht aus der Übersetzerin und Lektorin Beatrice Faßbender, der Autorin und Svevo-Preisträgerin Sabine Peters und als Juryvorsitz dem Verleger Sebastian Guggolz. Beatrice Faßbender wird die Laudatio auf Annette Hug halten.


Annette Hug

ist 1970 in der Schweiz geboren. Sie hat in Zürich Geschichte und in Manila “Women and Development Studies” studiert. Nach Tätigkeiten als Dozentin und Gewerkschaftssekretärin lebt sie seit Januar 2015 als freie Autorin und veröffentlichte bislang vier Romane. 2017 wurde sie dafür mit einem der Schweizer Literaturpreise und 2022 mit dem ZKB-Schillerpreis ausgezeichnet. Von August 2018 bis April 2026 erschien in der Wochenzeitung WOZ ihre Kolumne “Ein Traum der Welt”. Seit 2024 veröffentlicht sie Übersetzungen von Filipino (Tagalog) ins Deutsche.

Die Begründung der Jury:

Annette Hugs Prosa ist kaum unter einen Hut zu bringen. So originell, so eigenständig, so raffiniert ist jeder ihre bisher vier Romane – von “Lady Berta” (2008) über “In Zelenys Zimmer” (2010) und “Wilhelm Tell in Manila” (2016) zu “Tiefenlager” (2021) –, dass sich kaum eine Überschrift darüber setzen ließe. Was dieses Werk zusammenhält, ist die große stilistische und formale Trittsicherheit und eine gedankliche Schärfe, die ihresgleichen sucht. Sei es in “Wilhelm Tell in Manila”, wo mit der Übersetzung von Schillers Drama ins Tagalog nicht nur das Schweizer Mythenstück übertragen wird, sondern gleich sämtliche Revolutionsideen und ihre von der westlichen Aufklärung geprägten Freiheitsbegriffe mit dazu; oder in “Tiefenlager”, das sich in einem faszinierenden Gedankenspiel mit Zeitlichkeit, Endlichkeit und mit der Möglichkeit der Verständigung über Generationen hinweg auseinandersetzt. Sprache und Form sind bei Annette Hug nie nur Mittel zum Zweck, sondern der ureigene Austragungsort ihrer Literatur. Hier wird Sprechen und Denken, menschliches Miteinander und Geschichte, ja: einfach alles verhandelt. Für ihre aufrüttelnde Waghalsigkeit und die glanzvolle Meisterschaft ihres Schreibens wird Annette Hug mit dem Italo Svevo Preis 2026 ausgezeichnet."