Robert Musil Literaturmuseum zeigt Fotoausstellung über Gert Jonke (1946-2009)

Der große österreichische Schriftsteller Gert Jonke wäre am 8. Februar 2026 80 Jahre alt geworden. Das Musil Museum zeigt aus diesem Anlass Arbeiten der Fotokünstlerin Nurith Wagner-Strauss.

© Gert Jonke_Foto Nurith Wagner Strauss

„Bundesbahnsitzrückenlehnenüberzugsfetzen“ 

Von dem kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Klagenfurt geborenen Dichter Gert Jonke weiß man, dass er ein leidenschaftlicher Bahnreisender war, der beispielsweise eine Reise nach München nicht scheute, weil er damals eine ganz bestimmte Musik-CD nur dort erstehen konnte. Nurith Wagner-Strauss, die unter anderem zahlreiche Produktionen für das Wiener Volkstheater fotografierte, erzählt, dass die Idee, Gert Jonke gleichsam „on the road“ zu porträtieren, 1999 bei Gesprächen nach der Premiere von Jonkes Stück „Insektarium“ entstanden sei. Der Literat und die Fotografin machten sich alsbald auf den Weg zu den Wiener Linien, um die Ursprünge der poetischen Abenteuer zu finden. „Wie Vieles du doch auf dieser Reise am Bahnhof zurückgelassen zu haben glaubst, weil dich im Augenblick gar nichts bedrückt und du dich fast schwerelos glaubst“, erzählt Jonke in seinem Text „Der ferne Klang“. Die Fotos zeugen nicht zuletzt von diesem Streben nach Schwerelosigkeit.

Herzlichen Dank an die Gert-Jonke-Gesellschaft für die Kooperation und für die Möglichkeit, die Fotos zeigen zu können!
 

Nurith Wagner-Strauss hat Barockblockflöte und Musikpädagogik studiert. Sie arbeitet seit 1987 als freiberufliche Fotografin in Wien und fotografiert weltweit mit Leidenschaft Menschen, besonders Frauen. Wagner-Strauss war zuletzt mit ihrem Buch „Wir haben leben wollen“ Frauen erinnern sich (Anton Pustet, 2025) sehr erfolgreich. Die Publikation bietet einen vielfältigen Blick auf weibliche Alltagsgeschichten.

 www.nurithwagnerstrauss.com